Grippeimpfung bei Kindern mit Nasenspray

Eine Grippeimpfung ohne Spritze? Das ist tatsächlich möglich.

Für Kinder und Jugendliche gibt es einen Influenza-Impfstoff, der direkt über die Nase verabreicht wird. Besonders für Kinder mit Angst vor Spritzen kann das eine interessante Alternative sein.

Doch ab welchem Alter darf das Grippe-Nasenspray verwendet werden? Wie funktioniert die Impfung? Und welche Vorteile und Nebenwirkungen sollten Eltern kennen?

Hier erfährst du die wichtigsten Fakten zur Grippeimpfung bei Kindern mit Nasenspray.

Was ist die Grippeimpfung als Nasenspray?

Das Grippe-Nasenspray ist ein Impfstoff gegen die saisonale Influenza. Anders als bei der klassischen Grippeimpfung muss dabei keine Nadel in den Muskel gesetzt werden.

Stattdessen gibt medizinisches Fachpersonal den Impfstoff direkt in beide Nasenlöcher.

Beim aktuell zugelassenen Impfstoff Fluenz handelt es sich um einen sogenannten Lebendimpfstoff. Er enthält stark abgeschwächte Influenzaviren. Diese sollen das Immunsystem anregen, ohne bei gesunden Kindern eine typische Grippe auszulösen. European Medicines Agency (EMA)

Für die Saison 2026/2027 wurde der Impfstoff erneut an die erwarteten Influenzaviren angepasst. Das geschieht jedes Jahr, weil sich die zirkulierenden Virusstämme verändern. European Medicines Agency (EMA)

Ab welchem Alter ist das Grippe-Nasenspray erlaubt?

Das Nasenspray ist für Kinder und Jugendliche ab 2 Jahren bis zum vollendeten 17. Lebensjahr zugelassen.

Damit können Kinder von 2 bis einschließlich 17 Jahren damit geimpft werden.

Für Kinder unter 2 Jahren ist der nasale Lebendimpfstoff dagegen nicht zugelassen. Wenn bei jüngeren Kindern eine Influenza-Impfung empfohlen ist, kommen ab einem Alter von 6 Monaten entsprechende Totimpfstoffe infrage. Robert Koch-Institut

Welche Vorteile hat die Grippeimpfung als Nasenspray?

Der größte Vorteil ist für viele Familien offensichtlich:

Das Kind braucht keine Spritze.

Gerade bei ausgeprägter Spritzenangst kann das die Impfung deutlich erleichtern. Außerdem entfällt der Einstich in den Muskel.

Weitere mögliche Vorteile sind:

Allerdings bedeutet das nicht, dass das Nasenspray grundsätzlich besser ist als die klassische Grippeimpfung.

Die STIKO bevorzugt bei Kindern zwischen 2 und 17 Jahren grundsätzlich keine der beiden Varianten. Nasenspray und geeignete Totimpfstoffe können eingesetzt werden, sofern medizinisch nichts dagegenspricht.

Wenn eine Injektion problematisch ist, zum Beispiel wegen starker Spritzenangst, kann der nasale Impfstoff jedoch besonders sinnvoll sein. Robert Koch-Institut

Für welche Kinder empfiehlt die STIKO die Grippeimpfung?

Hier ist eine wichtige Unterscheidung nötig.

Die STIKO empfiehlt die jährliche Influenza-Impfung in Deutschland nicht generell für jedes gesunde Kind.

Sie empfiehlt die Impfung jedoch insbesondere für Kinder mit bestimmten Grunderkrankungen. Dazu gehören zum Beispiel:

Auch andere medizinische Gründe können eine Influenza-Impfung sinnvoll machen.

Deshalb sollten Eltern die individuelle Situation mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt besprechen. Robert Koch-Institut

Wie funktioniert die Grippeimpfung über die Nase?

Die Anwendung dauert nur wenige Sekunden.

Das medizinische Fachpersonal verteilt die Impfstoffdosis auf beide Nasenlöcher. Das Kind muss dabei nicht tief einatmen oder den Impfstoff bewusst hochziehen.

Die vollständige Dosis beträgt insgesamt 0,2 Milliliter.

Bei Kindern, die zuvor noch keine Impfung gegen saisonale Influenza erhalten haben, kann eine zweite Dosis nach mindestens vier Wochen erforderlich sein. European Medicines Agency (EMA)

Warum wirkt ein Impfstoff über die Nase?

Influenzaviren gelangen normalerweise über die Atemwege in den Körper.

Der nasale Impfstoff kommt deshalb direkt mit der Schleimhaut in der Nase in Kontakt. Dort trifft das Immunsystem auf die stark abgeschwächten Impfviren und kann eine Immunantwort entwickeln.

Dadurch soll der Körper später schneller auf echte Influenzaviren reagieren können.

Ist das Nasenspray genauso gut wie die Spritze?

Die Frage lässt sich nicht pauschal mit „besser“ oder „schlechter“ beantworten.

Beide Impfstoffarten können Kinder vor Influenza schützen.

Die STIKO spricht aktuell keine allgemeine Empfehlung dafür aus, bei Kindern bevorzugt das Nasenspray oder bevorzugt einen Totimpfstoff zu verwenden. Entscheidend sind vielmehr das Alter, mögliche Grunderkrankungen und bestehende Gegenanzeigen. Robert Koch-Institut

Bei einem Kind mit ausgeprägter Spritzenangst kann das Nasenspray praktisch deutliche Vorteile haben.

Bei bestimmten Erkrankungen kommt dagegen möglicherweise nur ein Totimpfstoff infrage.

Kann jedes Kind das Grippe-Nasenspray bekommen?

Nein.

Weil es sich um einen Lebendimpfstoff handelt, eignet sich das Nasenspray nicht für jedes Kind.

Besondere Einschränkungen bestehen unter anderem bei bestimmten schweren Immunschwächen oder immunsuppressiven Behandlungen. Auch bei weiteren Erkrankungen oder Medikamenten können Gegenanzeigen bestehen.

Deshalb sollte vor der Impfung immer geprüft werden, ob der nasale Impfstoff für das jeweilige Kind geeignet ist. European Medicines Agency (EMA)

Was ist bei Asthma zu beachten?

Bei Kindern mit Asthma muss genauer hingeschaut werden.

Insbesondere bei schwerem Asthma oder akutem Giemen kann der nasale Lebendimpfstoff ungeeignet sein.

Deshalb sollte die behandelnde Kinderärztin oder der Kinderarzt entscheiden, welcher Influenza-Impfstoff in diesem Fall sinnvoll ist. European Medicines Agency (EMA)

Darf das Nasenspray bei Schnupfen gegeben werden?

Ein leichter Infekt bedeutet nicht automatisch, dass eine Impfung unmöglich ist.

Bei einer stark verstopften Nase kann die Anwendung allerdings problematisch sein. Der Impfstoff erreicht die Nasenschleimhaut dann möglicherweise nicht ausreichend.

In diesem Fall kann es sinnvoll sein, die Impfung zu verschieben oder einen anderen Impfstoff zu verwenden.

Auch bei einer stärkeren akuten Erkrankung sollte der Impftermin ärztlich beurteilt werden.

Welche Nebenwirkungen kann das Grippe-Nasenspray haben?

Wie jeder Impfstoff kann auch das Grippe-Nasenspray Nebenwirkungen verursachen.

Zu den häufig beschriebenen Beschwerden gehören unter anderem:

Meist verschwinden solche Beschwerden nach kurzer Zeit wieder. European Medicines Agency (EMA)

Sehr selten können auch schwere allergische Reaktionen auftreten. Deshalb erfolgt die Impfung unter medizinischer Aufsicht.

Kann mein Kind durch das Nasenspray eine echte Grippe bekommen?

Der Impfstoff enthält lebende, aber stark abgeschwächte Influenzaviren.

Diese Impfviren sind so verändert, dass sie bei gesunden Kindern eine Immunantwort auslösen sollen, ohne eine typische Influenza zu verursachen.

Trotzdem können nach der Impfung Beschwerden wie Schnupfen, Fieber oder Unwohlsein auftreten. Diese Symptome sind nicht automatisch mit einer echten Influenza gleichzusetzen. European Medicines Agency (EMA)

Wann sollte die Grippeimpfung durchgeführt werden?

Die Influenza-Saison beginnt typischerweise im Herbst und Winter.

Deshalb erfolgt die Grippeimpfung meistens im Herbst. Der Körper benötigt anschließend etwas Zeit, um den Impfschutz aufzubauen.

Auch eine spätere Impfung kann noch sinnvoll sein, wenn die Grippewelle bereits begonnen hat oder noch bevorsteht.

Wichtig ist außerdem: Der Influenza-Impfstoff wird jedes Jahr angepasst. Deshalb muss auch die Impfung regelmäßig erneuert werden.

Warum kann eine echte Grippe für Kinder problematisch sein?

Influenza ist nicht einfach nur eine stärkere Erkältung.

Eine echte Grippe beginnt häufig plötzlich. Typische Beschwerden können sein:

Besonders bei Kindern mit Vorerkrankungen kann eine Influenza schwerer verlaufen.

Deshalb ist es wichtig, Warnzeichen frühzeitig zu erkennen.

Wann sollte ein krankes Kind ärztlich untersucht werden?

Eltern sollten besonders aufmerksam werden, wenn sich der Allgemeinzustand ihres Kindes deutlich verschlechtert.

Medizinische Hilfe ist beispielsweise wichtig bei:

Bei einem akuten lebensbedrohlichen Zustand gilt: Notruf 112.

Grippe oder Erkältung – wo liegt der Unterschied?

Viele Eltern verwenden die Begriffe Grippe und Erkältung synonym.

Medizinisch handelt es sich jedoch um unterschiedliche Erkrankungen.

Eine Erkältung entwickelt sich häufig eher schleichend. Schnupfen, Husten und Halsschmerzen stehen oft im Vordergrund.

Eine Influenza kann dagegen sehr plötzlich beginnen und mit einem ausgeprägten Krankheitsgefühl einhergehen.

Gerade deshalb sollten Eltern bei einer deutlichen Verschlechterung nicht allein auf die vermeintliche Diagnose „Erkältung“ vertrauen.

Erste Hilfe und Kindernotfälle: Vorbereitung schafft Sicherheit

Eine Impfung kann helfen, Erkrankungen zu vermeiden oder das Risiko zu reduzieren.

Sie ersetzt jedoch nicht das Wissen darüber, was bei einem akuten Kindernotfall zu tun ist.

Atemnot, Verschlucken, Fieberkrämpfe oder Bewusstlosigkeit können unabhängig von einer Grippe auftreten.

In unserem Beitrag Erste Hilfe am Kind – was tun im Notfall? findest du deshalb wichtige Grundlagen für typische Kindernotfälle. Mein Retter

So unterstützt MeinRetter Familien im Notfall

Im Ernstfall bleibt häufig wenig Zeit zum Nachdenken.

Die MeinRetter App für Familien führt Eltern Schritt für Schritt durch typische Notfallsituationen bei Babys und Kindern.

Dazu gehören unter anderem:

Zusätzlich enthält die App Erste-Hilfe-Kurse und ein umfangreiches Lexikon.

So können Eltern ihr Wissen schon vor einem Notfall aufbauen und im Ernstfall schnell auf klare Anleitungen zugreifen. Mein Retter

Häufige Fragen zur Grippeimpfung als Nasenspray bei Kindern

Ab welchem Alter darf ein Kind das Grippe-Nasenspray bekommen?

Der Impfstoff ist für Kinder und Jugendliche ab 2 Jahren bis zum vollendeten 18. Lebensjahr zugelassen. Das entspricht einem Alter von 2 bis einschließlich 17 Jahren. European Medicines Agency (EMA)

Ist das Nasenspray eine echte Grippeimpfung?

Ja. Es handelt sich um einen zugelassenen Influenza-Impfstoff. Anders als viele gespritzte Impfstoffe enthält er lebende, stark abgeschwächte Influenzaviren. European Medicines Agency (EMA)

Empfiehlt die STIKO das Grippe-Nasenspray für alle Kinder?

Nein. Die STIKO empfiehlt die Influenza-Impfung nicht generell für alle gesunden Kinder. Bei Kindern mit bestimmten Grunderkrankungen besteht jedoch eine Impfempfehlung. Wenn eine Impfung erfolgt, können Kinder zwischen 2 und 17 Jahren grundsätzlich auch den nasalen Impfstoff erhalten, sofern keine Gegenanzeigen bestehen. Robert Koch-Institut

Ist das Nasenspray besser als die Spritze?

Nicht grundsätzlich. Die STIKO bevorzugt keine der beiden Varianten generell. Bei Spritzenangst oder Problemen mit einer Injektion kann das Nasenspray allerdings besonders praktisch sein. Robert Koch-Institut

Kann das Kind nach der Impfung Schnupfen bekommen?

Ja. Eine laufende oder verstopfte Nase gehört zu den häufigen Nebenwirkungen des nasalen Influenza-Impfstoffs. European Medicines Agency (EMA)

Muss die Grippeimpfung jedes Jahr wiederholt werden?

Ja. Die Zusammensetzung des Impfstoffs wird an die erwarteten Influenzaviren der jeweiligen Saison angepasst. European Medicines Agency (EMA)

Fazit: Grippeimpfung per Nasenspray kann Kindern die Impfung erleichtern

Die Grippeimpfung bei Kindern muss nicht immer mit einer Spritze erfolgen.

Für Kinder und Jugendliche zwischen 2 und 17 Jahren steht mit dem nasalen Influenza-Lebendimpfstoff eine Alternative zur Verfügung.

Besonders bei ausgeprägter Spritzenangst kann das ein großer Vorteil sein.

Allerdings eignet sich das Nasenspray nicht für jedes Kind. Außerdem empfiehlt die STIKO die Influenza-Impfung derzeit nicht pauschal für alle gesunden Kinder.

Deshalb sollten Eltern gemeinsam mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt klären, ob eine Grippeimpfung sinnvoll ist und welcher Impfstoff am besten zum Kind passt.